| Tipps und Tricks | Bremskraftverstärker | |
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Anregungen, Wünsche ? Am besten gleich eine Mail an den Webmaster ! | Stand 26.08.2000 |
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Wie funktioniert ein Bremskraftverstärker ?
Es gibt verschiedene Systeme für Bremskraftverstärker. Bentley und Rolls-Royce haben bis in die 50er-Jahre mechanische Bremskraftverstärker nach dem Patent Hispano-Suiza verwendet: Eine Abtriebswelle vom Getriebe treibt Reibkupplungen an, die beim Betätigen des Bremspedals eingekuppelt werden und die Bewegung verstärken. Diese Kupplungen müssen sowohl für Vorwärts- als auch Rückwärtsfahrt getrennt eingestellt werden und haben den Nachteil, dass sie um so weniger wirken, je langsamer das Fahrzeug sich bewegt. Um endgültig anzuhalten, ist ein energischer Tritt erforderlich ...
Heute allgemein üblich sind hydraulische Bremskraftverstärker, die an beliebiger Stelle zwischen dem Hauptbremszylinder und der Verteilung auf die einzelnen Radbremszylinder eingebaut werden können. Die Verstärkung wird durch Unterdruck erzeugt, der aus dem Ansaugkrümmer stammt. Manchmal wird auch ein Unterdruck-Reservoir verwendet, das zwischen Ansaugkrümmer und Bremskraftverstärker eingebaut wird.
Durch Betätigen des Bremspedals wird über den Hauptbremszylinder Druck im hydraulischen System aufgebaut. Der Druck bewegt im Bremskraftverstärker einen Arbeitskolben, der den Druck wiederum in die Verteilung und auf die einzelnen Radbremszylinder weiterleitet. Gleichzeitig wird im Bremskraftverstärker aber auch ein Steuerkolben bewegt, der ein Ventil zwischen dem Unterdruck aus dem Ansaugkrümmer und der Vakuumkammer des Bremskraftverstärker öffnet. Durch den Unterdruck wird ein Stempel mit grossem Durchmesser angesaugt, der sich durch die Vakuumkammer bewegt, über eine Stange auf den Arbeitskolben drückt und so den Druck zu den Radbremszylindern hin verstärkt.
Beim Loslassen des Bremspedals kehrt der Steuerkolben in seine Ausgangsstellung zurück, schliesst das Ventil zum Unterdruck und öffnet gleichzeitig eine Verbindung zwischen der Aussenluft und der Vakuumkammer. Durch einen kleinen am Bremskraftverstärker montierten Luftfilter strömt Aussenluft in die Vakuumkammer ein, der Stempel drückt nicht mehr auf den Arbeitskolben und wird durch eine Feder zurückbewegt.
Ein durch Unterdruck betriebener hydraulischer Bremskraftverstärker hat also keine Wirkung, wenn kein Unterdruck vorhanden ist - also wenn der Motor nicht läuft. Das kann beim Abschleppen oder beim Bergabrollen zu Überraschungen führen: Der erforderliche Pedaldruck ist erheblich höher.
Wie testet man einen Bremskraftverstärker ?
Wenn ein hydraulischer Bremskraftverstärker richtig funktioniert, muss folgender Test positiv verlaufen: Bei ausgeschaltetem Motor zunächst etliche Male das Bremspedal betätigen (damit ein eventuell vorhandenes Vakuumreservoir aufgebraucht wird). Dann das Bremspedal bis zu einem soliden Widerstand durchtreten, halten und den Motor anlassen. Dabei muss das Bremspedal - ohne dass man kräftiger tritt - deutlich ein Stück nach unten sacken.
Der Unterdruck baut sich ja erst auf, wenn der Motor läuft. Dann wirkt der Bremskraftverstärker, drückt seinen Arbeitskolben weiter ein und das Bremspedal sackt entsprechend nach unten.
Umgekehrt kann man auch folgendes ausprobieren: Bei laufendem Motor das Bremspedal bis zu einem soliden Widerstand durchtreten und den Motor ausschalten. Wenn man jetzt beim Loslassen des Bremspedals hören kann, wie leise zischend Aussenluft in die Vakuumkammer einströmt, ist das ein gutes Zeichen. Es muss aber nicht unbedingt funktionieren - je nach Bauart des Bremskraftverstärkers kann man das Einströmen eventuell auch nicht hören.
Wahrscheinlich defekt ist der Bremskraftverstärker, wenn bei laufendem Motor und länger getreten gehaltener Bremse weisse Wolken aus dem Auspuff austreten. Dann wird durch Undichtigkeiten im Bremskraftverstärker Bremsflüssigkeit durch das Ventil und den Unterdruckschlauch in den Ansaugtrakt und damit in den Motor gesogen und verbrannt. Das ist natürlich extrem umweltschädlich und auch für den Motor nicht die beste Behandlung. Ausserdem deutet es auf gefährliche Schäden im Bremskraftverstärker hin.
Wenn der Verdacht auf einen Defekt besteht, kann man den B ausbauen, zerlegen, überholen und wieder einbauen. Auf alle Fälle braucht man einen Reparatursatz für genau den B, den man überholen will. Wenn sich nach dem Zerlegen herausstellt, dass die Bohrungen für Steuer- oder Arbeitskolben riefig, verschlissen oder anderweitig defekt sind, nützt auch der schönste Rep-Satz nichts - dann muss ein neues Gehäuse her.
Hier - am Beispiel von meiner Sunbeam Alpine - die Überholung eines Bremskraftverstärkers. Das Verfahren lässt sich im Prinzip auf andere Modelle übertragen - im Detail sieht es natürlich jedesmal etwas anders aus.