| Tipps und Tricks | Bremskraftverstärker | |
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Anregungen, Wünsche ? Am besten gleich eine Mail an den Webmaster ! | Stand 03.09.2000 |
| Die in unseren Tipps und Tricks beschriebenen Verfahren und Methoden sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Oldtimer Links und die Mitarbeiter von Oldtimer Links übernehmen keinerlei Verantwortung dafür, dass die Informationen richtig und vollständig sind. Jeder, der Verfahren und Methoden aus unseren Tipps und Tricks anwendet, ist selbst in vollem Umfang für alle Folgen verantwortlich. Nicht alle aufgeführten Tipps und Tricks sind für jeden Heimwerker geeignet. |
Jetzt am Beispiel von meiner Sunbeam Alpine die Arbeit am Bremskraftverstärker. Die meisten Fotos lassen sich durch Anklicken auch vergössern.
| Wie überholt man einen Bremskraftverstärker ? | |||
| Zunächst einmal eine ernste Warnung: Ein hydraulischer Bremskraftverstärker ist ein wesentliches Teil des Bremssystems. Eine einzige falsch eingebaute Dichtung kann zum Ausfall des gesamten hydraulischen Bremssystems führen ! Ausserdem ist der Umgang mit Bremsflüssigkeit nicht das angenehmste. Sie ist sehr giftig, aggressiv und löst Lack sehr schnell an. Auf keinen Fall darf gebrauchte Bremsflüssigkeit anders als über offizielle Sammelstellen entsorgt werden. Deshalb - wenn man nicht genau weiss, was zu tun ist - lieber die Hände weg ! |
![]() Ein für das Modell passender Reparatursatz mit Dichtungen, Kolben und Anleitung ist natürlich auch Voraussetzung. Leider ist bei diesem Satz der Hersteller nicht angegeben - sonst hätten wir uns gerne bedankt. |
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Zum Ausbau müssen die Anschlüsse für die Bremsleitungen vom Hauptbremszylinder und zum Verteilerstück gelöst werden. Wenn man nicht das gesamte hydraulische System vorher entleert, tritt dabei natürlich Bremsflüssigkeit aus. Also Gefäss zum Auffangen und entsprechende Lappen bereit haben. Zum Verschliessen der Leitungen eignen sich z.B. die bei neuen Bremsleitungen mitgelieferten Platikstopfen - so etwas sollte man also aufgehoben haben. Der Unterdruckschlauch muss gelöst werden, dann können die Befestigungen abgeschraubt und der gesamte Bremskraftverstärker herausgehoben werden. | ||
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Nun liegt das gute Stück auf der sauberen
Werkbank. Deutlich zu erkennen sind die rostpicklig-schwarze
Vakuumkammer, am Aluminumgehäuse links und rechts aussen die
Anschlüsse für die Bremsleitungen, der grössere Anschluss für den
Unterdruckschlauch und das kleine Luftfiltergehäuse aus Nylon.
Nach Abschrauben des Deckel von der Vakuumkammer kommt der grosse Stempel mit ziemlicher Wucht heraus - die Feder (3) ist kräftig. Hier sieht man auch schon, dass eine Überholung ansteht: Die Vakuumkammer ist voller Bremsflüssigkeit, was natürlich nicht sein darf. |
![]() Ehe man die Schrauben (1) des Deckels (2) löst, sollte man das ganze Gerät in einen Schraubstock einspannen. ![]() |
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Die Vakuumkammer wird von dem Aluminiumgehäuse getrennt. Um die Rostpickel von der Vakuumkammer zu bekommen, habe ich sie komplett geschliffen und neu grundiert + lackiert. |
Beim Sunbeam- Bremskraftverstärker wird die atmosphärische Luft durch eine aussenliegende Leitung in die Vakuumkammer geleitet - die meisten anderen Modelle haben dafür innenliegende Kanäle. |
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Auch das Aluminiumgehäuse wird zunächst einmal äusserlich sorgfältig gesäubert. Nicht mit Bier - das dient (bei einem englischen Teil natürlich im Pint-Glas) nur zur Kühlung des Schraubers - sondern mit verschiedenen weichen Draht- und Nylonbürsten. Erst dann wird das Gehäuse weiter geöffnet. |
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![]() Um das T-Ventil (18) herauszunehmen, den Stopfen (19) eindrücken und es dann herausheben. |
Natürlich sollte man sich die
richtige Einbaulage der einzelnen Kleinteile (Führung und Federplatte)
merken. Das Hereindrücken des Stopfens war die erste Hürde - total
verbacken wollte er sich keinen Millimeter rühren. Das empfindliche
Ventil mit Gewalt entfernen ist auch nicht gut.
Nun, Rostlöserspray und nach einer Weile ein paar Hammerschläge (natürlich über ein Stück Holz weitergeleitet, sonst sind die Alu-Teile gleich hinüber !!) lösen das Problem. |
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![]() Mit einem stabilen (ca. 3 mm) Draht durch das Loch (20) des Steuerkolbens den Stopfen (19) herausdrücken. |
Die kleinen Plastikteller am
T-Ventil dichten Aussenluft und Vakuum ab. Also hier - jedes Teil
penibel reinigen !
Stopfen herausdrücken ? Nachdem der gerade mit Hammergewalt hereingeschlagen wurde ? Ein echtes Geduldsspiel. Die Öffnung vor dem Stopfen glattpolieren, ein bisschen von innen drücken, wieder hineindrücken .... etwas Spray, etwas Bier ... Stunden später liegen Stopfen und Steuerkolben auf dem Tisch. |
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Der Steuerkolben ist schon eine interessante Angelegenheit. Im Rep-Satz sind alle 3 Dichtungen neu vorhanden, auf dem Foto liegen sie jeweils oberhalb der alten Teile. Diejenige ganz rechts gehört zum Stopfen. Die Dichtungen des Kolbens sind nicht symmetrisch, sondern konisch. Hier muss man unbedingt auf die richtige Einbaulage achten - das "dicke" Ende muss auf der richtigen Seite liegen. In der Querschnittszeichnung kann man es erkennen - wenn man darauf achtet. |
![]() Feder (23) zusammendrücken, Sprengring (21) und Federsitze (22, 24) abnehmen. Dichtungen (25, 26) vom Steuerkolben abnehmen, Dichtung (27) vom Stopfen entfernen. |
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| Achtung ! Ab jetzt äusserste Sauberkeit erforderlich ! Man sollte allen Dreck von der Arbeitsfläche entfernen und sich die Hände waschen. Der kleinste bisschen Dreck oder Staub beim Zusammenbau kann lebensgefährlich werden, wenn die Dichtungen des Bremskraftverstärkers nicht halten ! | |||
| Jetzt kann man natürlich den Steuerkolben schon wieder einbaufertig machen. Dazu erstmal alle Teile sorgfältig säubern, vielleicht sogar polieren (natürlich die Reste jeder Polierpaste restlos entfernen), die neuen Dichtungen vorsichtig aufziehen. Dabei darauf achten, dass man sie ja nicht einreisst oder sonstwie verletzt. Das geht nur, wenn man ein paar Tropfen frische Bremsflüssigkeit als Schmiermittel benutzt. Steuerkolben sauber einpacken und weiter geht es mit dem Zerlegen. | |||
![]() Die Durchführung (29) herausziehen, die Dichtung (30) entfernen und den Abstandhalter (31) herausschütteln. |
Wie üblich, liest sich die Anleitung einfacher als das Leben wirklich ist. Die Durchführung erweist sich als versprödetes, vollkommen festgebackenes Stück schwarzen Kunststoffs, das sich nur durch Zerlegen in kleine Brösel entfernen lässt. Erfreulicherweise ist das Teil - als weisses Nylonstück - im Rep-Satz vorhanden. Auch das "Herausschütteln" ist ein Witz - mit selbstgebastelten Drahthäkchen lässt sich der Abstandhalter ziehen wie ein kranker Zahn - sehr vorsichtig, um die weiche Aluwandung der Bohrung nicht anzukratzen. | ||
| Jetzt muss man sich wieder etwas basteln -
ein kleines Spezialwerkzeug zum Niederdrücken des Arbeitskolbens, damit
man den Sprengring sauber entfernen kann.
Der Draht muss stabil sein - mein erster Versuch mit 1mm-Draht war untauglich, die 2.5 mm-Ausführung funktionierte dagegen prächtig. |
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Mit dem nach obigen Massen
angefertigte Spezialwerkzeug den Arbeitskolben weit niederdrücken und
den Draht dann hinter den Gehäuseecken festhaken. Jetzt kann man den
Sprengring (32) ausbauen.
Achtung ! Unbedingt darauf achten, dass der Sprengring nicht hineinfällt oder beim Herausheben die Bohrung zerkratzt ! Eine gute Sprengringzange ist Voraussetzung, sonst gelingt das nicht. |
Mit Hilfe des Eigenbau-Werkzeugs und
ruhiger Hand gelingt das Vorhaben leicht. Nach Abnehmen des Drahtes
kommt dann der Arbeitskolben herausgeglitten.
Nun muss noch der Luftfilter weg. Dann kann endgültig gesäubert und begutachtet werden. |
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Schraube (36) abschrauben, Luftfilter (38), Luftfiltergehäuse (37) und Dichtung (39) entfernen. |
Jetzt gilt es zu beurteilen: Sind die Bohrung von Arbeits- und Steuerkolben absolut sauber und glatt? Keine Riefen, Pickel oder Beschädigungen durch den Sprengring? Nur wenn alles in Ordnung ist, darf das Gehäuse wieder verwendet werden, sonst ist ein neues fällig! Beim Sunbeam sah nach vorsichtiger Reinigung (nur mit Lappen arbeiten, keine harten Werkzeuge !) alles ganz gut aus. Nach langwierigem Polieren und ausführlicher Reinigung mit Spiritus stand fest: Das Ding wird wieder zusammengebaut ! |
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| Achtung ! Wieder äusserste Sauberkeit erforderlich ! Man sollte allen Dreck von der Arbeitsfläche entfernen und sich die Hände waschen. Der kleinste bisschen Dreck oder Staub beim Zusammenbau kann lebensgefährlich werden, wenn die Dichtungen des Bremskraftverstärkers nicht halten ! | |||
| Mit viel Bremsflüssigkeit
geschmiert rutscht der neue Kolben an seinen Arbeitsplatz. Die
Dichtung ist wieder asymmetrisch, richtig herum einbauen!
Dann kommt das Spezialwerkzeug wieder zum Einsatz, um den Sprengring vorsichtig einzusetzen. Obendrauf die restlichen 3 Teile, wieder ist die Dichtung asymmetrisch! |
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![]() Abstandhalter (31), Dichtung (30) und Durchführung (29) einsetzen. |
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![]() Steuerkolben in Bohrung schieben, das Loch im Steuerkolben mit der Öffnung im Gehäuse zur Deckung bringen und den Stopfen (27) mit neuer Dichtung (19) einsetzen. |
Auch der
Steuerkolben kommt mit Bremsflüssigkeit geschmiert wieder an
seinen Platz.
Er muss so um seine Längsachse gedreht werden, dass das Loch (in das später der Hebel des T-Ventils eingreifen soll, roter Pfeil im Bild) möglichst genau unter dem Loch im Gehäuse liegt. Dann kann der Hebel leicht eingesetzt werden (wir haben uns ja gemerkt, wie er hineingehört, oder ?). |
![]() Um das T-Ventil (18) einzusetzen, den Stopfen (19) soweit eindrücken, dass der Arm des Hebels leicht in das Loch des Steuerkolbens rutscht. |
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| Das Ventil wird komplettiert
und die Leitung für die Aussenluft wieder angeschraubt. Aufpassen, es
gibt 4 Positionen, aber nur eine ist richtig !
Danach wird der grosse Topf wieder angebaut. Erstmal muss die Luftleitung wieder passend hingezwängt werden, dann gilt es, Vakuumkammer und Gehäuse so anzupassen, dass der Stempel möglichst zentrisch und unverspannt arbeiten kann. Da das ganze unter Spannung und nicht gerade leichtgängig abläuft, ist es nicht ganz einfach! |
![]() Federplatte (17) und Ventilführung (16) einsetzen und festschrauben. Neue Dichtung (14) verwenden, um Deckel (13) mit Schrauben (11) und Unterlegscheiben (12) zu befestigen. |
![]() Einheit in einen Schraubstock spannen. Neue Dichtung (10) zwischen Gehäuse und Vakuumkammer (7) setzen, Luftleitung (8) in neue Gummitülle (9) führen, Gegenplatte (6) mit Schrauben (4) und neuen Kupferdichtungen (5) leicht anschrauben, noch nicht festziehen ! |
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| Da der Stempel gut abdichten
soll, bewegt er sich (trotz der guten Politur im Inneren der
Vakuumkammer) recht schwergängig. Die Feder drückt kräftig gegen, und
dann kommt das ganze mit heftigem "Plopp" wieder
herausgeschossen.
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![]() Stempel (2) mit Rückholfeder (3) einsetzen und mehrfach hin- und herbewegen, damit sich die Vakuumkammer und Stempel anpassen können. Stempel herausnehmen, ohne die Lage der Vakuumkammer zu verändern, dann die Kammer fest anschrauben. |
Den Stempel herauszunehmen,
"ohne die Lage der Vakuumkammer zu ändern", ist illusorisch.
Hier hilft nur, geduldig solange zu probieren (und die Vakuumkammer festzuschrauben und zu probieren und wieder zu lösen und das Spiel x-mal zu wiederholen), bis der Stempel sich möglichst leichtgängig bewegt. |
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Neue Gummidichtung (41) unter der
äusseren Lederdichtung (42) einlegen, Lederdichtung mit "Red
Rubber Grease" einschmieren. |
Tatsächlich, die äussere Dichtung ist aus Leder! Zähes, elastisches Leser, das sich nach einigem mechanischen Durchwalken auch recht geschmeidig anfühlt. Der flachgedrückte alte Gummistreifen wird durch einen elastischen neuen ersetzt (der auf die richtige Länge gekürzt werden muss), ordentlich eingeschmiert und eingebaut. | ![]() |
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| Nun der letzter Schritt, die
endgültige Montage!
Rückholfeder und Stempel werden eingesetzt, und ehe man das ganze wieder ins Gesicht bekommt, mit Dichtung und Deckel fixiert. |
![]() Feder (3) und Stempel (2) einbauen. Neue Dichtung (43) und Deckel (44) mit Schrauben und Muttern fest verschrauben. |
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| Haben wir noch etwas vergessen? Richtig, der kleine Luftfilter muss nach sorgfältiger Reinigung auch noch wieder angeschraubt werden. | Geschafft! Gut sieht er aus, der überholte Bremskraftverstärker! | ||
| Ob er auch so gut
funktioniert, wie er aussieht? Jetzt muss er noch eingebaut werden, dann
die Bremsanlage vollständig entlüftet (am besten gleich die
Bremsflüssigkeit komplett tauschen), und dann kann der Test
stattfinden.
Die Testergebnisse sind hier zu finden. |
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