MG B GT V8 - Scheunenfund
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MG B GT V8 31.07.2002 Ein echter Scheunenfund ist etwas anderes. Aber trotzdem war es so ähnlich! Schon immer war klar, dass ich eines Tages meine Garage würde räumen müssen. Ein hölzerner Lagerschuppen mitten in einem Industriegebiet in Umfeld von Stuttgart kann nicht auf Dauer vor sich hinträumen - irgendwann muss er einem modernen Gebäude weichen. Also hieß es jetzt - ausräumen ! Alle Ersatzteile, Motorblöcke, Kabelbäume, Hinterachsen und was sich sonst so alles im Laufe der Jahre ansammelt. Tonnenweise. Und da - staubbedeckt, und doch chromfunkelnd im Halbdämmer - ja, da steht etwas. Ein seltenes Tier: Der harmlose MG B, aber vom Werk aus mit dem Aluminium-V8 ausgestattet, der auch den Range Rover antreibt - ein Wolf im Schafspelz, und ein Original, kein späterer Umbau. Merkwürdig hoch vorne. Kein Motor eingebaut? Oh ja, da war etwas, die Kupplung fing an durchzurutschen. Deshalb hatte ich schnell mal den Motor ausgebaut und vom Getriebe getrennt. Hinten auf der Werkbank liegt er ja. Wie lange eigentlich schon? Kann das wahr sein? Acht Jahre?? Es ist wahr... Irgendwie kam immer etwas dazwischen. Die Neuteile liegen alle bereit: Mitnehmerscheibe, Kupplung, Ausrücklager. Auch neue Motor- und Getriebelager. Und neue Krümmer, weil dem einen originalen Gusskrümmer damals beim Ausbau ein Teil abgebrochen ist. Sogar die Anbauteile wie Getriebe-Quertraverse sind überholt und lackiert. Na ja, wenn der Motor schon draußen war, hätte man ja auch die höher verdichtenden Kolben und eine andere Nockenwelle einbauen können, um die Leistung von bescheidenen 137 PS (aus 3.5 Liter Hubraum) etwas anzuheben. Und bei dieser Art Überlegungen verstrich dann viel Zeit. Jetzt aber ist es eilig! Vielleicht ist es besser, den Motor und Getriebe mit der neuen Kupplung einfach wieder zusammenzusetzen und einzubauen - schließlich lief das Auto bis auf die Kupplung tadellos. Und ehe alle Einzelteile irgendwo verpackt und damit unauffindbar werden - an die Arbeit! Schon jetzt ist das Wiederfinden und Identifizieren der verschiedenen Kleinteile und Schrauben eine mühsame Angelegenheit. Letztendlich findet sich zwar alles in verschiedenen Tabaks- und Whiskydosen, aber das Zuordnen nimmt viel Zeit in Anspruch. Es ist immer das gleiche: Weil man denkt, man würde das ganze in ein paar Tagen wieder zusammenbauen, macht man sich nicht die Mühe, die Kleinteile zu sortieren und zu beschriften. Und nach acht Jahren hat man doch nicht mehr alles so präzise im Kopf. Trotzdem sind Motor und Getriebe wieder zusammen. Kein Teil fehlt. Aber jetzt wird es wirklich knapp: Übermorgen muss hier alles leer sein. So kommt es, dass morgens früh um halb zwei der Motor am Kran hängt. Wie soll das passen? Es passt, äußerst knapp. Man muss nur Geduld haben - einen Zentimeter nach hinten, 3 Grad waagerechter gekippt, zwei Zentimeter abgelassen, einen Zentimeter nach hinten, Wagenheber unter dem Getriebe einen Zentimeter höher .... mit dem im Bild noch sichtbaren Krümmer zusammen passt es nicht, der muss noch abgebaut werden, sonst bleibt er am Motorlager hängen. Um den Einbau gibt es eine schon fast wissenschaftliche Diskussion - das Werkstatthandbuch schreibt vor, die Lenkung auszubauen. Wenn man das nicht macht, ist es fast unmöglich, die eine Mutter zur Befestigung des rechten Motorlagers anzuschrauben - aber eben nur fast. Mit Geduld gelingt es, bei eingebauter Lenkung den ganzen Klotz inklusive angeschraubtem rechten Krümmer an Ort und Stelle zu bringen. Ohne die Lenkung auszubauen, und ohne die hintere, verschweißte Quertraverse herauszuflexen (wie ich es auch schon gesehen habe). Ganz allein, ohne Hilfe - aber dann ist es eben auch halb fünf am Morgen, ehe man ins Bett kommt. Nun ist schon morgen der Tag, an dem alles leer sein muss. Also wird der MG auf dem Hänger transportiert, ohne dass der Motor läuft. Aber drinnen ist er ! |